150 Chirurgen kamen zum „30. Bochum Treff“
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14.02.2017

150 Chirurgen kamen zum „30. Bochum Treff“

Der "Bochum Treff" fand in diesem Jahr erstmals in der "Alten Lohnhalle" statt. Bild: Volker Daum

Chirurgische und konservative Verfahren im kritischen Diskurs

Über 150 Chirurgen kamen zum diesjährigen „Bochum Treff“ der Chirurgischen Klinik des Berufsgenossenschaftlichen Universitätsklinikums Bergmannsheil. Der traditionsreiche Fachkongress fand in diesem Jahr bereits zum 30. Mal statt – erstmals in der „Alten Lohnhalle“ in Bochum. Unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas A. Schildhauer, Ärztlicher Direktor des Bergmannsheil und Direktor der Chirurgischen Klinik, diskutierten die Teilnehmer aktuelle Themen und Entwicklungen ihres Fachgebietes: Über 20 Vorträge widmeten sich unter anderem der konservativen Frakturbehandlung, Behandlungsverfahren bei Ellenbogen- und Knieverletzungen und Fragestellungen der Notfall- und Intensivmedizin. Ergänzt wurde das Programm um einen Instrumentationsworkshop, in dem operative Verfahren am Modell praktiziert werden konnten.

Schwerpunkt: Konservative Frakturtherapie

Viel Diskussionsstoff lieferte das diesjährige Schwerpunktthema des Fachkongresses: Im Mittelpunkt stand die Fragestellung, welchen Stellenwert die konservative Frakturtherapie heute noch einnimmt angesichts des stetigen Fortschritts der operativen Behandlungsverfahren. „Im chirurgischen Alltag erscheint die Operation in vielen Fällen gegenüber der konservativen Behandlung als die überlegene Therapieform, weil letztere oft mit aufwändigen Gipsbehandlungen und langwierigen Ruhigstellungen einhergeht“, erläutert Prof. Schildhauer. „Wir haben das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet und sind zu dem Schluss gekommen, dass es in bestimmten Behandlungssituationen immer noch sehr gute Gründe gibt, dem Patienten eine konservative Behandlungsstrategie nahezulegen.“ Dabei sei es allerdings auch aus Gründen der juristischen Absicherung des Arztes wichtig, den Behandlungsverlauf sehr engmaschig zu kontrollieren und entsprechend zu dokumentieren.

Neue Behandlungsalgorithmen

Einen weiteren Schwerpunkt bildete das Thema Ellenbogenverletzungen. Hier wurden die optimalen Verfahren zur Behandlung der Radiusköpfchenfraktur erörtert. Im Bereich der Ellenbogenluxationen wurden neue Behandlungsalgorithmen thematisiert, nach denen man Luxationen (Verrenkungen) einteilt und die passende therapeutische Richtung definiert. Auch auf dem Feld der Kniechirurgie wurde über therapeutische Innovationen berichtet. „Bei der chirurgisch oft sehr anspruchsvollen Schienbeinkopffraktur gehen wir heutzutage in geeigneten Situationen dazu über, im Falle einer Fehlverheilung die Gelenkflächen erneut zu durchtrennen und neu zu rekonstruieren anstatt das Gelenk durch eine Prothese zu ersetzen“, sagt Prof. Dr. Dominik Seybold, Leitender Oberarzt der Chirurgischen Klinik und Organisator des „Bochum Treffs“.

MANV-Einsatz im Bergmannsheil

Auch in den Bereichen der Notfall- und Intensivmedizin setzte der diesjährige „Bochum Treff“ interessante Akzente. Hier ging es unter anderem um den Einsatz von transportablen Mini-Herz-Lungenmaschinen (sog. ECMO-Therapie) in der Versorgung von chirurgischen Patienten. Die Anwendung solcher ECMO-Systeme erlaubt es, Patienten mit Herz- und/oder Lungenversagen in einem stabilen Zustand im Spezialfahrzeug oder Hubschrauber transportieren zu können. Weiterhin wurde das Problem der Rückverlegung von Patienten von der Normalstation auf die Intensivstation diskutiert und erörtert, unter welchen Bedingungen sich die Rückverlegungsrate verringern lässt. Ein besonderes Highlight der Veranstaltung bot der Bericht zum MANV-Einsatz (MANV: Massenanfall von Verletzten) im Bergmannsheil im Zusammenhang mit dem Brand im Bettenhaus 1 vom 30. September 2016. Hier erhielten die Teilnehmer der Veranstaltung einen wertvollen Blick hinter die Kulissen, wie das Bergmannsheil diese außergewöhnliche Situation gemanagt hat. Seitens des Plenums gab es viel positive Resonanz zur erfolgreichen Einsatzstrategie. Eine zentrale Erkenntnis war, dass das Trainieren solcher Großschadensereignisse, wie es im Bergmannsheil praktiziert wird, im Ernstfall unerlässlich für ein professionelles Krisenmanagement ist.

Über das Bergmannsheil

Das Berufsgenossenschaftliche Universitätsklinikum Bergmannsheil zählt zu den größten Akutkliniken der Maximalversorgung im Ruhrgebiet. 1890 als erste Unfallklinik der Welt zur Versorgung verunglückter Bergleute begründet, vereint das Bergmannsheil heute 23 hochspezialisierte Kliniken und Fachabteilungen mit insgesamt 707 Betten unter einem Dach. Mehr als 2.300 Mitarbeiter stellen die qualifizierte Versorgung von rund 89.000 Patienten pro Jahr sicher.

Das Berufsgenossenschaftliche Universitätsklinikum Bergmannsheil gehört zur Unternehmensgruppe der BG Kliniken. In ihr sind neun berufsgenossenschaftliche Akutkliniken, zwei Kliniken für Berufskrankheiten und zwei Unfallbehandlungsstellen verbunden. Mit 12.500 Mitarbeitern und jährlich über 550.000 Patienten ist die Gruppe einer der größten Klinikverbünde Deutschlands. Darüber hinaus ist das Bergmannsheil Teil des Universitätsklinikums der Ruhr-Universität Bochum (UK RUB). Weitere Informationen: www.bergmannsheil.de, www.bg-kliniken.de

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Dominik Seybold
Leitender Oberarzt
Chirurgische Universitätsklinik und Poliklinik
Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil gGmbH
Bürkle-de-la-Camp-Platz 1
44789 Bochum
Tel.: 0234 / 302-6502
E-Mail: dominik.seybold@bergmannsheil.de

Pressekontakt:

Robin Jopp
Leitung Stabsstelle Unternehmenskommunikation
Berufsgenossenschaftliches Universitätsklinikum Bergmannsheil gGmbH
Bürkle-de-la-Camp-Platz 1
44789 Bochum
Tel.: 0234 / 302-6125
E-Mail: robin.jopp@bergmannsheil.de